Gebäudeenergieberater (HWK) Schornsteinfegermeister BAFA-zugelassen KfW-berechtigt dena EEE-Experte Seit 2016

Stand: 8. Juli 2026 (Entwurf, noch nicht beschlossen)

Die Bundesregierung plant ab 2027 eine deutliche Kürzung der Heizungsförderung (BEG). Ein Regierungsentwurf sieht vor, die förderfähigen Investitionskosten schrittweise von 30.000 € auf 28.000 € und danach alle sechs Monate um weitere 750 € zu senken. Gleichzeitig sinkt die maximale Fördersumme für die meisten Haushalte bis 2030 von aktuell bis zu 21.000 € auf teils nur noch 13.200 €. Der Entwurf liegt dem Haushaltsausschuss des Bundestages am 9. Juli 2026 vor – beschlossen ist noch nichts, bereits bewilligte Anträge bleiben unverändert gültig.

Was nüchtern nach Haushaltspolitik klingt, hat für uns als Gesellschaft eine andere Dimension: Wir kürzen ausgerechnet dort, wo wir eigentlich beschleunigen müssten.

Was genau ändert sich?

Sinkende Förderhöchstgrenzen: Die maximal förderfähigen Kosten für ein Einfamilienhaus sinken von derzeit 30.000 € auf zunächst 28.000 €, danach alle sechs Monate um weitere 750 €.

Kürzung nach Einkommen, gestaffelt:

Neuer Kinderbonus: Pro minderjährigem Kind im Haushalt erhöht sich die maßgebliche Einkommensgrenze für die höheren Förderstufen um 10.000 €.

Wegfall von Boni: Der Klimageschwindigkeitsbonus für einen schnellen Heizungstausch soll entfallen. Ein Wechsel von Fernwärme auf eine andere Heizungstechnologie wird bei Anlagen ab Baujahr 2008 künftig nicht mehr gefördert.

Neuer Europa-Bonus: Wärmepumpen aus europäischer Fertigung sollen ab 2027 zusätzlich bevorzugt gefördert werden – die genaue Höhe des Bonus steht laut Entwurf noch nicht abschließend fest.

Grund für die Kürzungen ist laut Bundesfinanzministerium die angespannte Haushaltslage: Aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF), aus dem die Heizungsförderung finanziert wird, sollen rund 2,1 Milliarden Euro bis 2030 eingespart werden.

Warum das aus meiner Sicht der falsche Weg ist

Ich verstehe den Zwang zum Sparen – der Bundeshaushalt ist eng. Aber bei der Heizungsförderung zu kürzen, ist meiner Einschätzung nach an der falschen Stelle gespart. Wir bremsen damit ausgerechnet den Bereich, der uns beim Klimaschutz am meisten Zeit kosten wird, wenn wir jetzt langsamer werden – Zeit, die uns nicht in Jahrzehnten, sondern schon in wenigen Jahren einholen wird.

Wie real dieses Risiko ist, zeigt der Blick aus dem Fenster: Ende Juni 2026 erlebte Deutschland nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eine der intensivsten Hitzewellen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. An 46 Stationen in elf Bundesländern wurden Temperaturen von 40 °C oder mehr gemessen, an 252 Stationen fielen neue Allzeit-Höchstwerte. Der bisherige deutsche Temperaturrekord aus dem Jahr 2019 wurde gleich mehrfach übertroffen. Bereits Anfang Juli deutete sich die nächste Hitzewelle mit Werten in Richtung 40 °C an. Der DWD selbst ordnet den Trend zu mehr heißen Tagen als Folge der Klimakrise ein – ein Trend, der laut Umweltbundesamt in den kommenden Jahren eher zu- als abnehmen wird.

Genau in dieser Lage die Förderung für klimafreundliches Heizen zurückzufahren, sendet aus meiner Sicht das falsche Signal. Jede Wärmepumpe, jede energetische Sanierung, die jetzt wegen geringerer Förderung nicht umgesetzt wird, wirkt über Jahrzehnte nach – bei der Heizung genauso wie beim Klima.

Was heißt das jetzt für dich als Eigentümer?

Kurzfristig: Die aktuellen, noch großzügigeren Förderbedingungen gelten weiter, solange der Entwurf nicht final beschlossen ist. Wer den Heizungstausch ohnehin plant, sollte die aktuellen Konditionen jetzt sichern, statt abzuwarten.

Mittelfristig: Wer noch unsicher ist, sollte sich jetzt einen Überblick verschaffen, wie ein Sanierungsfahrplan (iSFP) für die eigene Immobilie aussieht – und welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind (Dach, Fenster, Wände, Keller, dann erst die Heizung).

Langfristig: Unabhängig von der Förderhöhe bleibt eine klimafreundliche Heizung technisch und wirtschaftlich sinnvoll – die Förderung entscheidet nur darüber, wie schnell sich die Investition amortisiert.

Wenn du wissen willst, wie sich die geplanten Kürzungen konkret auf dein Vorhaben auswirken: Jetzt unverbindlich anfragen.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist die Kürzung der Heizungsförderung schon beschlossen?
Nein. Es handelt sich um einen Regierungsentwurf, der dem Haushaltsausschuss des Bundestages am 9. Juli 2026 vorgelegt wird. Im weiteren parlamentarischen Verfahren sind noch Änderungen möglich.

Was passiert mit bereits bewilligten Förderanträgen?
Bereits zugesagte Förderungen bleiben laut Entwurf unverändert bestehen und sind von den geplanten Kürzungen nicht betroffen.

Ab wann gelten die neuen, niedrigeren Fördersätze?
Nach aktuellem Entwurf sollen die neuen Regeln mit Inkrafttreten der reformierten Förderrichtlinie ab 2027 gelten, mit weiteren halbjährlichen Absenkungen bis 2030.

Lohnt sich der Heizungstausch jetzt noch, bevor die Förderung sinkt?
Ja – wer die aktuellen, höheren Fördersätze sichern möchte, sollte den Antrag vor Inkrafttreten der neuen Regelungen stellen. Die konkrete Förderhöhe für dein Vorhaben lässt sich im Beratungsgespräch klären.

Wer profitiert trotz der Kürzungen von einem höheren Förderanteil?
Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 30.000 € erhalten einen erhöhten Einkommensbonus von 40 % statt bisher 30 % sowie einen zusätzlichen Kinderbonus.

Warum wird ausgerechnet bei der Heizungsförderung gespart?
Die Förderung wird aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) finanziert. Wegen der angespannten Haushaltslage sollen aus diesem Fonds bis 2030 rund 2,1 Milliarden Euro eingespart werden.


Quellen: Bundesfinanzministerium (Entwurf an den Haushaltsausschuss), Deutscher Wetterdienst (DWD), Tagesspiegel, t-online, ADAC, energie-fachberater.de, energie-experten.org. Stand: 8. Juli 2026, vorbehaltlich der Entscheidung des Haushaltsausschusses.

Hinweis: Alle Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Aktualität. Der zugrunde liegende Regierungsentwurf war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vom Haushaltsausschuss beschlossen.

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